Empfohlener Beitrag

In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Mittwoch, 16. August 2017

ANNABELLE (2014)

Regie: John R. Leonetti, Drehbuch: Gary Dauberman, Musik: Joseph Bishara
Darsteller: Annabelle Wallis, Ward Horton, Alfre Woodard, Tony Amendola, Brian Howe, Kerry O'Malley, Eric Ladin, Ivar Brogger, Gabriel Bateman, Joseph Bishara
 Annabelle
(2014) on IMDb Rotten Tomatoes: 29% (4,4); weltweites Einspielergebnis: $256,9 Mio.
FSK: 16, Dauer: 99 Minuten.

USA, 1970: Mia (Annabelle Wallis, "Die Mumie") und John Gordon (Ward Horton) freuen sich riesig, als Mia schwanger wird. Zur Feier des Tages schenkt John seiner Ehefrau eine seltene Porzellanpuppe, die ihre sorgfältig gehegte Sammlung vervollständigt. Doch das Familienglück ist nicht von Dauer, denn eines Nachts ermorden Satanisten ihre Nachbarn und anschließend dringen sie auch bei den Gordons ein, wo sie Mia schwer verletzen, ehe sie von der Polizei zur Strecke gebracht werden können – wobei eine Satanistin die neue Puppe in der Hand hat, als sie stirbt. Das ungeborene Baby kann derweil gerettet werden, doch Mia ist fortan bettlägerig – und wird schon bald von seltsamen Geräuschen und anderen unerklärlichen Geschehnissen im Haus verstört. Und irgendwie scheint immer die Puppe in der Nähe zu sein …

Montag, 14. August 2017

TV-Tips für die Woche 33/2017

Montag, 14. August:
Arte, 20.15 Uhr: "Reise nach Indien" (1984)
Der letzte und für elf OSCARs nominierte Film der britischen Filmemacher-Legende David Lean ("Die Brücke am Kwai", "Lawrence von Arabien") ist ein schwelgerisches, dramatisches Epos über Adela (Judy Davis), die in den 1920er Jahren mit ihrer zukünftigen Schwiegermutter nach Indien fährt, wo ihr Verlobter Ronny arbeitet. Adela ist von den gesellschaftlichen Zuständen und der kompletten Abkapselung der Briten von den Einheimischen ziemlich schockiert und zweifelt schnell an ihrem Verlobten - dann lernt sie den charmanten indischen Arzt Dr. Aziz kennen. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, eine romantische Beziehung ist angesichts ihrer Herkunft und Erziehung jedoch völlig ausgeschlossen ...

Arte, 22.50 Uhr: "Herr der Fliegen" (1963)
Die erste Verfilmung des berühmten metaphorisch gesellschaftskritischen Romans von William Golding ist noch immer die beste und beklemmendste: Etliche präpubertäre britische Kinder sind nach einem Flugzeugabsturz auf einer unbewohnten Insel im Pazifik auf sich allein gestellt - schnell bilden sich Hierarchien heraus, wobei sich alles auf zwei konkurrierende Gruppen fokussiert. Deren Vorstellungen davon, wie man in der neuen Situtation leben und überleben soll, unterscheiden sich stark, womit Konflikte vorprogrammiert sind.

Außerdem:
Die drei Musketiere (actionreiche Version des Dumas-Klassikers von "Resident Evil"-Regisseur Paul W.S. Anderson; 20.15 Uhr bei Kabel Eins)
Bad Neighbors (derbe, aber trotzdem erstaunlich charmante Komödie mit Seth Rogen, Rose Byrne und Zac Efron über einen Kleinkrieg zwischen einem Ehepaar mit Neugeborenem und einer Studentenverbindung im Nachbarhaus; 22.15 Uhr im ZDF)
Alien vs. Predator (ordentlich beginnendes, in der zweiten Hälfte jedoch stark nachlassendes Crossover der beiden Kult-Horrorfilmreihen; 22.25 Uhr bei Kabel Eins)

Dienstag, 15. August:
3sat, 20.15 Uhr: "Die Reifeprüfung" (1967)
Zu Dustin Hoffmans 80. Geburtstag zeigt 3sat den Film, der ihn zum Weltstar machte: In der leisen Tragikomödie von Mike Nichols spielt er den ziellosen College-Absolventen Benjamin, der zu den Songs von Simon & Garfunkel von der älteren Mrs. Robinson (Anne Bancroft) in die Liebe eingeführt wird.

ARD, 22.45 Uhr: "Für immer Adaline" (2015)
Free-TV-Premiere der amerikanischen Edelromanze über die schöne Adaline (Blake Lively), die nach einem schlimmen Unfall in den 1930er Jahren aufhört, zu altern! Da dies logischerweise ziemlich auffällig ist, wird sie zwangsweise zu einer Vagabundin, die nie sehr lange an einem Ort bleibt, um nicht aufzufliegen. Doch in unserer Gegenwart trifft sie zufällig auf einen älteren Mann (Harrison Ford), der sie aus seiner Vergangenheit wiedererkennt ...

Samstag, 12. August 2017

Samstags-Update (32/2017)

Erstaunlich kurz vor dem geplanten Start Ende August hat die hochgelobte Literaturverfilmung "Mudbound" mit Carey Mulligan und Jason Clarke ihren Platz im deutschen Startplan verloren, Ersatztermin gibt es noch keinen:


Box Office-News:
Nachdem sich am vorangegangenen Wochenende knapp "Planet der Affen: Survival" die Spitze der deutschen Kinocharts sichern konnte, holt sich "Ich - Einfach unverbesserlich 3" nun wieder locker die Krone zurück und steigert sich dank des kinofreundlichen Wetters womöglich sogar leicht auf gut eine Viertelmillion Zuschauer. Um Platz 2 gibt es wohl einen Fünfkampf, sowohl die neue Stephen King-Adaption "Der dunkle Turm" als auch "Planet der Affen 3", "Ostwind 3", "Grießnockerlaffäre" und "Emoji" zielen auf 150.000 Besucher ab - was für "Planet der Affen 3" nach dem verhaltenen Start einen recht niedrigen prozentualen Rückgang bedeuten würde, der allerdings dadurch stark relativiert wird, daß sich "Ostwind 3", "Grießnockerlaffäre" und "Emoji" im Vergleich zur Vorwoche wie der alte und neue Spitzenreiter verbessern würden.
In den USA wird die letztes Wochenende mit einem Nummer 1-Film unterhalb der $20 Mio.-Marke noch ziemlich brachliegende Kinolandschaft ironischerweise ausgerechnet durch einen Horrorfilm wiederbelebt: "Annabelle 2", ein Prequel zu dem vor drei Jahren sehr erfolgreichen "Conjuring"-Spin-Off "Annabelle" startet mit $35-40 Mio. auf Platz 1 auf dem gleichen Niveau wie der Vorgänger ($37,1 Mio.) - was bedeutet, daß die nun guten Kritiken für die potentiellen Zuschauer offenbar schwerer wiegen als die Erinnerung an den ziemlich miesen ersten Teil. Auf den weiteren Plätzen der Charts sieht es allerdings ziemlich düster aus: "Dunkirk" könnte auf Platz 2 gerade noch die $10 Mio.-Marke knacken, dahinter landet der Animationsfilm "The Nut Job 2" mit etwa $8 Mio. wohl knapp vor "Der dunkle Turm" auf Rang 3. "The Nut Job 2" schafft damit nicht einmal die Hälfte des ersten Teils, der im Januar 2014 mit $19,4 Mio. zum Auftakt überraschte. Zwar hat niemand erwartet, daß die Fortsetzung das wiederholen könnte, doch auf zumindest einen zweistelligen Millionenwert hatten die Produzenten sicher gehofft - zumal ob eines extrem breiten Starts in 4000 Kinos. Knapp in die Top 10 wird es mit $5 Mio. (in nur 1500 Kinos) voraussichtlich auch noch die mittelmäßig besprochene Literaturverfilmung "Schloß aus Glas" mit Brie Larson schaffen. In Deutschland wird "Annabelle 2" am 24. August in die Kinos kommen, "Schloß aus Glas" am 21. September; "The Nut Job 2" hat noch keinen Starttermin.

Quellen:

Donnerstag, 10. August 2017

DUNKIRK (2017)

Regie und Drehbuch: Christopher Nolan, Musik: Hans Zimmer
Darsteller: Fionn Whitehead, Aneurin Barnard, Harry Styles, Kenneth Branagh, James D'Arcy, Mark Rylance, Tom Glynn-Carney, Cillian Murphy, Barry Keoghan, Tom Hardy, Jack Lowden, John Nolan, Michael Caine (Stimme)
 Dunkirk
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: 93% (8,7); weltweites Einspielergebnis: $316,9 Mio.
FSK: 12, Dauer: 107 Minuten.

Strand von Dünkirchen in Frankreich, Frühjahr 1940: Die britischen und französischem Truppen haben dem deutschen Feind kaum noch etwas entgegenzusetzen, Hunderttausende Soldaten warten und hoffen nur noch auf ihre Evakuierung, bevor die Nazis die letzte Verteidigungslinie durchbrochen haben. Doch Rettung ist fern, denn der Luftraum wird von deutschen Bombern, Stukas und Jägern beherrscht, während die britischen Zerstörer wegen des flachen Wassers nicht nahe genug an den Strand herankommen, um eine zügige Evakuierung zu gewährleisten. Stattdessen sitzen Soldaten wie Tommy (Fionn Whitehead), Gibson (Aneurin Barnard, TV-Serie "The White Queen") und Alex (Harry Styles) wie auf dem Präsentierteller – und wer das Glück hat, es auf eines der Schiffe zu schaffen, der bereut es schnell wieder, wenn deutsche Bomber und U-Boote angreifen. Da die britische Armeeführung genau weiß, daß Hitlers nächstes Ziel Großbritannien sein wird, kann man auch nicht alles riskieren, um die von Commander Bolton (Sir Kenneth Branagh, "Jack Ryan: Shadow Recruit") und Captain Winnant (James D'Arcy, "Cloud Atlas") angeführten Soldaten auf dem Festland zu retten. So verfällt man auf den doch ziemlich verzweifelten Plan, zivile Boote wie die "Moonstone" von Mr. Dawson (Mark Rylance, "Bridge of Spies") zu beschlagnahmen und nach Dünkirchen zu schicken, da sie bis an den Strand fahren können – unter Lebensgefahr selbstverständlich und nur rudimentär geschützt durch wenige mutige Spitfire-Piloten wie Farrier (Tom Hardy, "The Dark Knight Rises") …

Dienstag, 8. August 2017

SPIDER-MAN: HOMECOMING (3D, 2017)

Regie: Jon Watts, Drehbuch: Jonathan Goldstein, John Francis Daley, Jon Watts, Christopher Ford, Chris McKenna und Erik Sommers, Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Tom Holland, Michael Keaton, Robert Downey Jr., Jacob Batalon, Laura Harrier, Jon Favreau, Marisa Tomei, Jennifer Connelly (Stimme), Kerry Condon (Stimme), Zendaya, Donald Glover, Tony Revolori, Bokeem Woodbine, Michael Chernus, Logan Marshall-Green, Garcelle Beauvais, Martin Starr, Kenneth Choi, Hannibal Buress, Hemky Madera, Tyne Daly, Angourie Rice, Michael Mando, Gwyneth Paltrow, Chris Evans, Stan Lee
 Spider-Man: Homecoming
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: 92% (7,6); weltweites Einspielergebnis: $671,0 Mio.
FSK: 12, Dauer: 134 Minuten.


Peter Parker (Tom Holland, "The Impossible") ist ein 15-jähriger Schüler in New York. Er ist aber auch Spider-Man, was zunächst jedoch nur sein Mentor Tony Stark (Robert Downey Jr., "Sherlock Holmes") und dessen früherer Sicherheitschef Happy Hogan (Jon Favreau, "Kiss the Cook") – Peters direkter Ansprechpartner – wissen. Nachdem er Tony und seinen Freunden (in "Captain America 3: Civil War") beim Avengers-Kampf auf einem deutschen Flughafen half, hat Peter Gefallen am Heldenleben gefunden und kann kaum auf eine neue Mission warten. Tony erwartet von ihm hingegen, erst einmal sein Leben an der Highschool weiterzuführen und sich langsam mit eher ungefährlichen Einsätzen gegen Kleinkriminelle als "die freundliche Spinne von nebenan" zu etablieren. Notgedrungen tut Peter das, während er gleichzeitig versucht, das Herz der ein wenig älteren Schulschönheit Liz (Laura Harrier) zu gewinnen und sich gegen den mißgünstigen Mitschüler Flash (Tony Revolori, "Grand Budapest Hotel") zu wehren. Doch dann stößt Peter zufällig auf die Bande von Vulture – eigentlich der frühere Bauunternehmer Adrian Toomes (Michael Keaton, "Birdman"), der von Tony Stark unwissentlich in den Ruin getrieben wurde und seitdem als Händler von Alienwaffen eine gute Einkommensquelle in der New Yorker Unterwelt gefunden hat – und setzt es sich gegen Tonys ausdrückliche Anweisung in den Kopf, diese im Alleingang dingfest zu machen …

Montag, 7. August 2017

TV-Tips für die Woche 32/2017

Nachtrag vom 13. August: Leider zeigt Arte entgegen der ursprünglichen Laufzeitangabe am heutigen Sonntag um 20.15 Uhr doch nicht erstmals die ungekürzte Fassung des britischen Abenteuerfilms "Brennendes Indien", sondern die um fast eine halbe Stunde (!) geschnittene deutsche Kinofassung ...

Montag, 7. August:
Arte, 20.15 Uhr: "Die Halbstarken" (1956)
Georg Tresslers Jugenddrama, das den Hauptdarsteller Horst Buchholz zum Star machte (der später u.a. eine Hauptrolle im Hollywood-Western "Die glorreichen Sieben" spielte), war einer der ersten großen deutschen Filmerfolge mit Anspruch nach dem Zweiten Weltkrieg.

Arte, 21.45 Uhr: "Wenn Männer fallen" (1994)
Das Regiedebüt des "Ein Prophet"-Regisseurs Jacques Audiard ist ein Krimidrama über einen älteren Handelsvertreter (Jean Yanne), der selbst Ermittlungen aufnimmt, als ein befreundeter junger Polizist angeschossen und schwer verletzt wird und die Polizei bei der Jagd nach dem Täter nur wenige Fortschritte zu machen scheint. Parallel dazu erzählt Audiard die Geschichte dieses Täters (Frankreichs Kinolegende Jean-Louis Trintignant) und seines Partners (Mathieu Kassovitz).

Dienstag, 8. August:
Nitro, 20.15 Uhr und 22.00 Uhr: "Louis, der Heiratsmuffel" (1968), "Louis in geheimer Mission" (1970):
Teil 3 und 4 der sechsteiligen "Gendarmen"-Reihe mit Louis de Funès in seiner Paraderolle als cholerischer Gendarm - beide nicht so gut wie das Original, aber für Fans des französischen Erzkomikers trotzdem Pflicht.

Tele 5, 22.00 Uhr (wegen fehlender Jugendfreigabe voraussichtlich geschnitten, ungekürzte Nachtwiederholung um 3.20 Uhr): "In China essen sie Hunde" (1999)
Von Tarantino und Ritchie inspirierte dänische Gangsterkomödie über den Bankangestellten Arvid, der einen Überfall verhindert, dann aber von der Motivation des verhinderten Bankräubers erfährt und in der Folge mit einigen Freunden selbst einen Bankraub plant. Direkt im Anschluß (0.00 Uhr) zeigt Tele 5 die etwas schwächere Fortsetzung aus dem Jahr 2002.

Außerdem:
Dame, König, As, Spion (komplexes Kalter Kriegs-Spionagedrama mit viel Tiefgang und einem brillanten Hauptdarsteller Gary Oldman; 22.10 Uhr bei Pro7Maxx)

Mittwoch, 9. August:
Arte, 13.35 Uhr: "Des Königs Admiral" (1951)
In Raoul Walshs ("Die wilden Zwanziger", "Nachts unterwegs") farbenfrohem Abenteuerfilm-Klassiker nach den Hornblower-Romanen von C.S. Forester spielt Gregory Peck den mutigen Fregattenkapitän Horatio Hornblower, der während der Napoleonischen Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Geheimmission nach Mittelamerika geschickt wird. Während der langen Überfahrt ändert sich allerdings die politische Situation in der Heimat grundlegend ...

Samstag, 5. August 2017

Samstags-Update (31/2017)

Abgesehen von der bereits kommenden Donnerstag startenden französischen Endzeit-Komödie "Problemos" (die ich mangels Erfolgschancen bei einer so kurzfristigen Programmierung nicht mehr in meine Vorschau aufgenommen habe) hat sich am deutschen Kinostartplan bis Ende August nichts geändert:


Box Office-News:
Immerhin gibt es an diesem Wochenende erstmals seit langem wieder sechs bis sieben Filme, die in Deutschland sechsstellige Besucherzahlen schreiben - alleine, es fehlt ein richtiger neuer Hit. So wird wohl ein weiteres Mal der 3D-Animationsfilm "Ich - Einfach unverbesserlich 3" mit etwa einer Viertelmillion Zuschauern an der Spitze der Charts bleiben, wobei "Planet der Affen: Survival" ihm vielleicht noch gefährlich werden könnte. Selbst Platz 1 für den Abschluß dieser hochgelobten Prequel-Trilogie könnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Startzahlen deutlich hinter denen der beiden Vorgänger (gut 410.000 bzw. knapp 380.000) zurückbleiben - was übrigens in vielen Ländern ähnlich läuft. An der Qualität der Reihe kann es nicht liegen, vielleicht hat sich die Story vielen Zuschauern einfach zu pessimistisch und düster entwickelt? Auf dem dritten Rang findet sich mit "Emoji - Der Film" ein weiterer 3D-Animationsfilm ein, während der vierte Eberhofer-Krimi "Grießnockerlaffäre" als erster Film der fast nur in Bayern gezeigten Reihe die 100.000 Besucher-Marke knacken könnte.
Auch in den USA sind wir von Rekordzahlen weit entfernt: Zwar erobert die problembeladene (lange Verzögerungen, miese Testscreenings, umfangreiche Nachdrehs, trotzdem schlechte Kritiken) Stephen King-Adaption "Der dunkle Turm" mit Idris Elba und Matthew McConaughey wahrscheinlich die Führung, bleibt dabei aber mit unter $20 Mio. weit unter den ursprünglichen Erwartungen - angesichts eines überschaubaren Budgets von $66 Mio. dürfte der Film trotzdem kein großer kommerzieller Flop werden, womit auch die TV-Serie, die das Universum erweitern soll, weiterhin ein Thema bleiben wird. Wenn es ganz schlecht läuft, könnte "Der dunkle Turm" übrigens sogar noch hinter Christopher Nolans meisterhaftem Kriegsthriller "Dunkirk" landen, der in seiner dritten Woche auf gut $15 Mio. abzielt. Auf den Plätzen 3 bis 7 tummelt sich fast ein halbes Dutzend Produktionen mit um die $10 Mio., wobei die Komödie "Girls Trip" sich vermutlich den letzten Platz auf dem Treppchen holen wird. Für die beiden weiteren Neustarts "Detroit" von Kathryn Bigelow (ein 1967 spielendes historisches Rassendrama) und "Kidnap" (ein Thriller mit Halle Berry") liegt ein Startergebnis von jeweils knapp $10 Mio. im Bereich der Erwartungen. In Deutschland startet "Der dunkle Turm" am kommenden Donnerstag, "Detroit" am 23. November; "Kidnap" hat noch keinen Starttermin.

Quellen:

Donnerstag, 3. August 2017

Nachruf: Sam Shepard (1943-2017)

Der vor einer Woche verstorbene Sam Shepard war zweifellos eine der widersprüchlichsten und spannendsten Figuren in der US-amerikanischen Filmbranche. Wobei seine Tätigkeiten in der Welt des Films für Shepard selbst eigentlich eher eine Art Zweitjob waren - hauptberuflich war er vor allem zu Beginn seiner Karriere ein ausgesprochen erfolgreicher Dramatiker (laut "New York Magazine" gar "der größte amerikanische Theaterautor seiner Generation"), der zahlreiche Theaterpreise gewann und für sein Stück "Vergrabenes Kind" 1979 mit dem weltberühmten Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

Insofern ist es wenig überraschend, daß Shepard - wie viele andere Schriftsteller - zunächst als Drehbuch-Autor mit dem Kino in Berührung kam. Als 37-jähriger half er Michelangelo Antonio als einer von insgesamt fünf Autoren seines Kultfilms "Zabriskie Point", 1978 schrieb er mit seinem Freund Bob Dylan das Manuskript für dessen einzige Spielfilm-Regiearbeit "Renaldo and Clara", in der er außerdem eine kleine Rolle übernahm. Das sollte den Startschuß für eine ebenso unerwartete wie erfolgreiche Zweitkarriere als Schauspieler bedeuten, denn noch im gleichen Jahr erregte er in einer großen Nebenrolle als namenlos bleibender Farmer in Terrence Malicks meisterhaftem Südstaaten-Drama "In der Glut des Südens" die Aufmerksamkeit der Branche. Fortan etablierte sich Shepard rasch sowohl als Schauspieler wie auch als Drehbuch-Autor, wobei er seine größten Kritikererfolge in den 1980er Jahren feierte. Als Autor gelang ihm 1984 ein Coup mit dem Roadmovie "Paris, Texas", für das ihn der deutsche Regisseur Wim Wenders eigentlich auch als Hauptdarsteller wollte - Shepard ließ sich jedoch nicht erweichen und bescherte so Harry Dean Stanton die Rolle seines Lebens. Natürlich erhielt jedoch auch Shepard viel Lob (und eine Nominierung für den britischen BAFTA-Award) für sein Skript, das in vielerlei Hinsicht an seine Theaterstücke erinnert, die sich oft um gesellschaftliche Außenseiter und Einzelgänger aus der amerikanischen Arbeiterklasse drehten. Im gleichen Jahr ergatterte Shepard seine einzige OSCAR-Nominierung, die er für seine (große) Nebenrolle als Testpilot Chuck Yeager im Raumfahrt-Epos "Der Stoff, aus dem die Helden sind" bekam.

Während Shepards Rollenauswahl zunächst noch in etwa dem entsprach, was man von einem anspruchsvollen Dramatiker wie ihm erwarten würde - er agierte in Jack Fisks Kleinstadtdrama "Der geheimnisvolle Fremde" (1981), in Robert Altmans Adaption von Shepards Außenseiter-Drama "Fool for Love" (1985), in den Theaterverfilmungen "Verbrecherische Herzen" (1986) von Bruce Beresford und "Magnolien aus Stahl" (1989) von Herbert Ross oder als Hauptdarsteller von Volker Schlöndorffs Max Frisch-Adaption "Homo Faber" (1991) -, wandte er sich ab den 1990er Jahren überraschend vermehrt großen Hollywood-Produktionen zu. Ob John Grisham-Verfilmung ("Die Akte", 1993), Liebesdrama ("Liebe aus zweiter Hand", 1997), Actionthriller ("Paßwort: Swordfish", 2001), Kriegsfilm ("Black Hawk Down", 2001) oder Edelromanze ("Wie ein einziger Tag", 2004) - es schien, als wolle Sam Shepard alles mal ausprobieren, selbst für einen Megaflop wie den Actionfilm "Stealth" (2005) oder eine harmlose romantische Komödie wie "Zufällig verheiratet" (2008) war er sich nicht zu schade. Gleichzeitig bewies er weiterhin auch in kleineren Independent-Produktionen sein Können: So konnte ihn Wim Wenders gut 20 Jahre nach "Paris, Texas" überreden, für sein Familiendrama "Don't Come Knocking" nicht nur erneut das Drehbuch zu verfassen (es sollte sein letztes sein), sondern diesmal auch gleich die Hauptrolle zu übernehmen. Die hätte aber auch nicht besser zu ihm passen können, denn der auf einer Farm aufgewachsene Shepard spielt darin einen Westernstar, der in eine Sinnkrise gerät und daraufhin kurzerhand auf dem Filmpferd vom Set ins Ungewisse reitet ...

Cowboys respektive (Western)-Banditen spielte Sam Shepard häufig. Kein Wunder, er wirkte ja selbst wie einer mit seiner hochgewachsenen, hageren Gestalt, dem ausdrucksstarken und kantigen Gesicht und der natürlichen Autorität. In Andrew Dominiks elegischem Westerndrama "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" glänzte Shepard (leider nur im ersten Drittel) als James' älterer Bruder Frank, in der Westernkomödie "Bandidas" (2006) agierte er an der Seite von Salma Hayek und Penélope Cruz als Bankräuber Bill Buck. Und in Mateo Gils "Blackthorn" (2011) durfte Shepard in die Rolle eines der berühmtesten Western-Antihelden der Filmgeschichte schlüpfen, denn er verkörpert den alten Butch Cassidy, der laut Story das Aufeinandertreffen mit bolivianischen Soldaten - bei dem er in der Realität vermutlich erschossen wurde - überlebt hat und unter neuem Namen seinen Lebensabend bestreiten will. Obwohl er an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS erkrankte, arbeitete Shepard fast bis zuletzt als Schauspieler, so in Dominiks Gangsterdrama "Killing Them Softly", John Wells' satirischem Familiendrama "Im August in Osage County" (2013), in Jeff Nichols' märchenhaftem Science Fiction-Film "Midnight Special" (2016) und in den TV-Serien "Klondike" und "Bloodline". Seinen letzten Auftritt hat er als Hauptdarsteller des bereits abgedrehten Thrillers "Never Here", der in den USA im Juni seine Festivalpremiere feierte.

Am 27. Juli 2017 starb der große Dramatiker und Schauspieler Sam Shepard im Alter von 73 Jahren in Kentucky an Komplikationen im Zusammenhang mit seiner ALS-Erkrankung. R.I.P.

Embed from Getty Images

Mittwoch, 2. August 2017

BABY DRIVER (2017)

Regie und Drehbuch: Edgar Wright, Musik: Steven Price
Darsteller: Ansel Elgort, Kevin Spacey, Lily James, Jamie Foxx, Jon Hamm, Eiza González, Jon Bernthal, CJ Jones, Flea, Lanny Joon, Paul Williams, Big Boi, Killer Mike, Walter Hil
 Baby Driver
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: 95% (8,0); weltweites Einspielergebnis: $139,2 Mio.
FSK: 16, Dauer: 113 Minuten.

Baby (Ansel Elgort aus "Das Schicksal ist ein mieser Verräter") hat zwar nicht unbedingt einen furchterregenden Spitznamen, er ist aber trotz seines jugendlichen Aussehens bereits ein sehr erfahrener und extrem talentierter Fluchtwagenfahrer. Das allerdings nicht ganz freiwillig, denn seit einem Zusammenstoß als Teenager mit dem Gangsterboß Doc (Kevin Spacey, "Der große Crash") muß er bei diesem seine Schulden abarbeiten. Das hat er neun Jahre später beinahe geschafft, nur noch einen letzten Auftrag muß Baby erfüllen, ehe sie endlich quitt sind. Doch während Baby sich schon darauf freut, endlich frei zu sein, vielleicht sogar ein gemeinsames Leben mit der netten Kellnerin Debora (Lily James, "Cinderella") in Angriff zu nehmen, muß er bald lernen, daß Doc ihn doch nicht so einfach gehen läßt. Also erklärt er sich widerwillig zu einem weiteren riskanten Job bereit: Der gewalttätige Bats (Jamie Foxx, "Django Unchained"), der stets souveräne Buddy (Jon Hamm, "Sucker Punch") und seine schöne Frau Darling (Eiza González, TV-Serie "From Dusk till Dawn") sollen ein städtisches Postbüro überfallen und dort leere Zahlungsanweisungen stehlen, während Baby mit laufendem Motor in ihrem Fluchtwagen wartet …

Dienstag, 1. August 2017

Nachruf: Jeanne Moreau (1928-2017)

Neben so illustren Namen wie Catherine Deneuve, Brigitte Bardot oder Isabelle Huppert zählt Jeanne Moreau zu den größten weiblichen Ikonen des französischen Kinos. Gerade mit ihrer unwahrscheinlichen Wandlungsfähigkeit, aber auch mit ihrer unverkennbaren rauchigen Stimme (mit der sie in ihrer Heimat als Sängerin Erfolge feierte) und dem nicht makellos schönen, aber faszinierenden und einprägsamen Gesicht bleibt Jeanne Moreau lange in Erinnerung. Gestern starb sie mit 89 Jahren in ihrer Geburtsstadt Paris.

Die, wie so viele Schauspieler, am Theater ausgebildete Jeanne Moreau - in diesem Fall an der legendären Comédie-Française - feierte ihren Durchbruch auf der großen Leinwand mit 30 im Jahr 1958 als klassische Femme fatale in dem Film noir "Fahrstuhl zum Schafott" von Louis Malle, mit dem sie auch gleich das intime Novuelle Vague-Drama "Die Liebenden" drehte, das kurioserweise in die Justizgeschichte der USA einging. Denn ein Theaterbetreiber, der den Film zeigte - in dem es offen um Ehebruch geht, ohne daß dieser ausdrücklich verurteilt würde -, wurde in Ohio wegen "öffentlichen Zeigens obszönen Materials" verurteilt, der Fall ging bis vor den Obersten Gerichtshof - wo der Theaterbetreiber freigesprochen wurde. Legendär wurde die Begründung des Richters Potter Stewart, der zwar auch nicht genau sagen konnte, wie man den Unterschied zwischen (damals verbotener) Pornographie und Nicht-Pornographie definieren könnte, aber feststellte: "I know it when I see it." Moreaus Bekanntheit in Amerika schadete dieser aufsehenerregende Prozeß, in den sie nur indirekt verwickelt war, sicherlich nicht, aber in Frankreich bekam sie nach dem Malle-Double auch so problemlos starke Rollen.

Sp spielte sie 1959 in Roger Vadims (im Vergleich zu Stephen Frears' knapp 30 Jahre späterer Verfilmung ziemlich zahmer) "Gefährliche Liebschaften"-Adaption die Hauptrolle der intriganten Juliette de Merteuil und hatte einen Gastauftritt in François Truffauts Meisterwerk "Sie küßten und sie schlugen ihn", in den 1960er Jahren folgten Klassiker wie Michelangelo Antonionis "Die Nacht", Orson Welles' Franz Kafka-Adaption "Der Prozeß", Jacques Demys Charakterstudie "Die blonde Sünderin", Luis Buñuels bissige Gesellschaftssatire "Tagebuch einer Kammerzofe" oder Truffauts Kriminaldrama "Die Braut trug schwarz", auch in englischsprachigen Filmen wie Carl Foremans britisch-amerikanischem Kriegsepos "Die Sieger", John Frankenheimers "Der Zug" (an der Seite von Burt Lancaster) oder dem britischen Episodenfilm "Der gelbe Rolls-Royce" wirkte sie erfolgreich mit. Zwei Werke aus dieser erfolgreichsten Zeit in Moreaus langer Karriere möchte ich hervorheben: "Jules und Jim" (1961) und "Viva Maria!" (1965). Diese beiden extrem unterschiedlichen Filme stehen exemplarisch für Jeanne Moreaus Wandlungsfähigkeit: Während sie in der poetischen Dreiecksgeschichte "Jules und Jim" - Truffauts Herzstück der Nouvelle Vague - als Catherine leidenschaftlich eine Frau zwischen zwei Männern im frühen 20. Jahrhundert verkörpert, beweist sie in Louis Malles herrlich alberner, feministisch angehauchter Westernkomödie "Viva Maria!" ihr komödiantisches Talent. Als durch Mittelamerika ziehende Schauspielerin und Sängerin Maria tut sich hier mit der aus Irland geflohenen Terroristin Maria (Brigitte Bardot) zusammen, um mit ihren ganz eigenen Mitteln gegen kirchliche Inquisitoren und brutale Diktatoren zu kämpfen - wobei die Terroristin Maria versehentlich den Striptease erfindet! Im Grunde genommen ist "Viva Maria!" (der in Frankreich nahezu dreieinhalb Millionen Zuschauer in die Kinos lockte) fast schon eine Parodie heutiger Superhelden-Filme, auch wenn das damals natürlich niemand ahnen konnte (wohingegen einige satirische Seitenhiebe gegen US-Western sehr wohl gewollt waren) ...

Ab den 1970er Jahren war Jeanne Moreau - inzwischen zu alt für jene Rollen, die sie berühmt machten - nicht mehr so oft im Kino zu sehen, auch weil sie sich wieder verstärkt dem Theater und weiterhin der Gesangskarriere widmete. Zu etlichen erinnerungswürdigen, wenn auch meist kleineren Rollen reichte es trotzdem, etwa an der Seite von Gérard Depardieu in Bertrand Bliers unkonventioneller Komödie "Die Ausgebufften" (1974), neben Alain Delon im sehr sehenswerten Kriegsgewinnler-Drama "Monsieur Klein" (1976) oder in Hollywood in Elia Kazans letztem Film "Der letzte Tycoon" (1976). 1982 stand sie für Rainer Werner Fassbinder in "Querelle" uneitel als Puffmutter vor der Kamera, Luc Besson besetzte sie 1990 in "Nikita" als hartgesonnene Profikiller-Trainerin, in Wim Wenders' postapokalyptischem Drama "Bis ans Ende der Welt" spielte sie im Jahr darauf William Hurts Mutter und Max von Sydows Ehefrau, zudem fungierte Moreau 1992 in Jean-Jacques Annauds Literaturverfilmung "Der Liebhaber" als Erzählerin. 1995 arbeitete sie für den Episodenfilm "Jenseits der Wolken" noch einmal mit Antonioni (der aus Altersgründen von Wim Wenders unterstützt wurde), dem Ruf Hollywoods folgte sie letztmals 1998 für einen kurzen Auftritt in Andy Tennants charmanter Cinderella-Version "Auf immer und ewig" mit Drew Barrymore. Dafür trat sie verstärkt im Fernsehen auf, so in den aufwändigen TV-Mehrteilern "Katharina die Große" (als Zarin Elisabeth), "Balzac" (als Mutter des Schriftstellers) und "Les Misérables" (als Ordensvorsteherin Mutter Innozentia). Nach der Jahrtausendwende agierte Jeanne Moreau nur noch in französischen Filmen, von denen der bekannteste François Ozons Melodram "Die Zeit, die bleibt" aus dem Jahr 2005 ist, in dem sie die Großmutter des Protagonisten spielte. Einen letzten relativ großen Kinoauftritt hatte die große alte Dame des französischen Films 2012 als Hauptdarstellerin des Dramas "Eine Dame in Paris". Für OSCAR oder Golden Globe wurde Jeanne Moreau übrigens nie nominiert, dafür gewann sie u.a. einen britischen BAFTA Award (für "Viva Maria!"), den Darstellerpreis des Festivals von Cannes (für Malles "Stunden voller Zärtlichkeit", 1960) und den César für "Die Dame, die im Meer spazierte" (1991) sowie zahlreiche Ehren- oder Lebenswerkpreise, darunter bei den Filmfestivals in Berlin, Cannes und Venedig; in Cannes war sie zudem zweimal Jurypräsidentin.

Am 31. Juli 2017 starb Jeanne Moreau im Alter von 89 Jahren in ihrer Pariser Wohnung. R.I.P.
Embed from Getty Images