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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Samstag, 20. Januar 2018

Samstags-Update (3/2018)

Keine größeren Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Februar:


Box Office-News:
Die deutschen Kinocharts sind diesmal ein wenig beeinträchtigt durch Orkan Friederike, der am Donnerstag sicherlich viele Menschen vom Kinobesuch abgehalten hat. Dennoch haben sechs Filme Chancen auf sechsstellige Zuschauerzahlen, allerdings allesamt im niedrigen Bereich. Um die Führung rangeln mit der Actionkomödie "Hot Dog" mit Til Schweiger und Matthias Schweighöfer und der Kinderfilm-Fortsetzung "Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft" zwei deutsche Neustarts mit je um die 150.000 Besuchern, wobei das für den Kinderfilm (der das Eröffnungsergebnis des Vorgängers von knapp 125.000 Zuschauern klar übertrifft) ein deutlich besseres Resultat ist als für die beiden deutschen Superstars. Platz 3 geht voraussichtlich an "Dieses bescheuerte Herz" oder "The Commuter" mit jeweils mehr als 100.000 Kinogängern, dahinter sortieren sich der mehrwöchige Champion "Star Wars Episode VIII" und "Jumanji 2" ein. Alexander Paynes Satire "Downsizing" mit Matt Damon und Christoph Waltz wird mit etwas unter 100.000 Zuschauern Platz 7 zum Start belegen, während der OSCAR-Kandidat "Die dunkelste Stunde" mit Gary Oldman als Sir Winston Churchill mit etwa 50.000 Besuchern vorwiegend in den Arthouse-Kinos und Rang 9 oder 10 überzeugt.
In den USA verteidigt "Jumanji 2" erneut die Führung in den Charts, wozu inzwischen rund $20 Mio. reichen. Auf den Plätzen landen voraussichtlich zwei recht günstig produzierte Neustarts (das Budget soll jeweils im Bereich von $30 Mio. liegen) mit trotz mittelmäßiger Kritiken soliden Ergebnissen, wobei das Afghanistan-Kriegsdrama "Operation: 12 Strong" mit Chris Hemsworth mit $15 Mio. wahrscheinlich knapp vor dem Actionthriller "Criminal Squad" mit Gerard Butler landet. Die Country-Romanze "Forever My Girl" sollte mit ihrem relativ schmalen Start in gut 1000 Kinos mit $4 Mio. noch die Top 10 knacken. In Deutschland kommt "Criminal Squad" am 1. Februar in die Kinos, "Operation: 12 Strong" folgt am 8. März. "Forever My Girl" hat noch keinen Starttermin und wird angesichts seiner Thematik wahrscheinlich auch keinen bekommen, sondern irgendwann direkt fürs Heimkino veröffentlicht.

Quellen:

Donnerstag, 18. Januar 2018

GREATEST SHOWMAN (2017)

Regie: Michael Gracey, Drehbuch: Jenny Bicks, Bill Condon, Musik: John Debney und Joseph Trapanese (Score) sowie Justin Paul und Benj Pasek (Songs)
Darsteller: Hugh Jackman, Michelle Williams, Zac Efron, Zendaya, Rebecca Ferguson, Keala Settle, Sam Humphrey, Eric Anderson, Byron Jennings, Austyn Johnson, Fredric Lehne, Gayle Rankin, Cameron Seely, Paul Sparks, Shuler Hensley
 Greatest Showman
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: 55% (6,0); weltweites Einspielergebnis: $200,4 Mio.
FSK: 6, Dauer: 105 Minuten.
Um 1820 wächst Phineas Taylor Barnum als Sohn eines armen, alleinerziehenden Schneiders auf, dem er assistiert. So lernt er auch die etwa gleichaltrige Charity kennen, als sein Vater bei ihrem wohlhabenden Vater Mr. Hallett (Fredric Lehne, "Zero Dark Thirty") Maß nimmt. Phineas, von den meisten nur "P. T." genannt, und Charity verstehen sich auf Anhieb und sie ignorieren Mr. Halletts Verbot, sich zu treffen. Jahre später hat der erwachsene P. T. (Hugh Jackman, "Prisoners") als Mitarbeiter einer Handelsgesellschaft ein verläßliches Einkommen, das es ihm und Charity (Michelle Williams, "Manchester by the Sea") ermöglicht, zu heiraten. Doch P. T. träumt von Höherem als einem simplen, monotonen Angestelltenjob – und Charity unterstützt ihn bei seinen Ambitionen. Also erwirbt P. T. ein altes Museumsgebäude in New York, das er zu einem Wachsfigurenkabinett umgestaltet – in Europa der neueste Schrei, doch in den USA lockt das wenige Zuschauer an. Erst ein Hinweis seiner beiden Töchter bringt P. T. auf die entscheidende Idee: Er heuert "ungewöhnliche" Menschen an – darunter den kleinwüchsigen Charles (Sam Humphrey), die bärtige Sängerin Lettie (Keala Settle) und die afroamerikanische Trapezkünstlerin Anne (Zendaya, "Spider-Man: Homecoming") – und bindet sie in eine grandios präsentierte und mit vielen Übertreibungen arbeitende Kuriositäten-Show ein. Das Publikum ist gleichermaßen angewidert wie begeistert, die Show wird ein Sensationserfolg – die gehobene Gesellschaft und die Kritiker rümpfen jedoch nur die Nase über "Barnum's Circus". Also heuert P. T. den erfolgreichen, von seiner Arbeit gelangweilten Theaterautor Phillip Carlyle (Zac Efron, "Bad Neighbors") an, um noch atemberaubendere Shows zu kreieren …

Dienstag, 16. Januar 2018

Klassiker-Rezension: GEWAGTES ALIBI (1949)

Originaltitel: Criss Cross
Regie: Robert Siodmak, Drehbuch: Daniel Fuchs, Musik: Miklós Rózsa
Darsteller: Burt Lancaster, Yvonne De Carlo, Dan Duryea, Stephen McNally, Alan Napier, Tom Pedi, Percy Helton, Griff Barnett, Edna M. Holland, Meg Randall, Richard Long, Esy Morales, Tony Curtis, Gene Evans
 Gewagtes Alibi
(1949) on IMDb Rotten Tomatoes: 100% (8,4); FSK: 16, Dauer: 84 Minuten.

Steve Thompson (Burt Lancaster) kehrt nach jahrelanger Abwesenheit in seine Heimatstadt Los Angeles zurück – vorgeblich der Familie wegen, in Wirklichkeit will er vor allem seine Ex-Frau Anna (Yvonne De Carlo, "Die Piratenbraut") wiedersehen. Ihre stürmische Ehe hielt zwar nur sieben Monate, doch Steve ist noch immer hoffnungslos in sie verliebt, auch wenn er das nicht zugeben will. Wie sich herausstellt, scheint Anna seine Gefühle zu erwidern, jedoch ist sie inzwischen mit dem Gangster Slim Dundee (Dan Duryea, "Gefährliche Begegnung") liiert. Obwohl seine Familie und sein bester Freund, der Polizist Pete (Stephen McNally, "Winchester '73"), ihm dringend dazu raten, Anna endlich zu vergessen, ist er einfach nicht in der Lage, loszulassen. Als der eifersüchtige und gewalttätige Slim dahinterkommt, daß Steve und Anna sich heimlich treffen, will Steve dem Gangster helfen, jenen Geldtransporter zu überfallen, den er selbst als Wachmann begleitet, um Slim zu besänftigen …

Montag, 15. Januar 2018

TV-Tips für die Woche 3/2018

Montag, 15. Januar:
Arte, 20.15 Uhr: "Letters from Iwo Jima" (2004)
Nachdem er in "Flags of Our Fathers" die Schlacht um Iwo Jima im Zweiten Weltkrieg aus der amerikanischen Perspektive geschildert hat (auch wenn die Schlacht selbst darin gar nicht die Hauptrolle spielte), folgt im noch deutlich besseren "Letters from Iwo Jima" die japanische Seite. Obwohl der engagierte Anti-Kriegsfilm mit dem Hauptdarsteller Ken Watanabe ("Last Samurai", "Batman Begins") weltweit im japanischen Originalton mit Untertiteln gezeigt wurde (so auch heute von Arte), kam er auf vier sehr verdiente OSCAR-Nominierungen, darunter eine für den besten Film des Jahres.

Arte, 22.30 Uhr: "Die Hafenkneipe von Tahiti" (1963)
Weltberühmt wurde er vor allem für Western wie "Der schwarze Falke" oder "Der Mann, der Liberty Valance erschoß", doch John Ford widmete sich auch anderen Genres mit Erfolg. Zu seinen entspanntesten Werken, auch wenn am Rande der Themenkomplex "Rassismus und Vorurteile" behandelt wird, zählt zweifellos die Actionkomödie "Die Hafenkneipe von Tahiti". Darin verkörpert John Wayne mit gewohntem Charisma den rauflustigen Weltkriegs-Veteranen Donovan, der sich - wie auch einige Kameraden von ihm - in der Südsee zur Ruhe gesetzt hat. Gestört wird die Idylle durch die Ankunft einer zielgerichteten jungen Frau (Elizabeth Allen), die ihrem leiblichen Vater (Jack Warden) - und Donovans bestem Freund - eine Erbschaft streitig machen will, die an eine Moralklausel geknüpft ist ...

Außerdem:
Selma (am amerikanischen Martin Luther King Day zeigt One das OSCAR-prämierte 1960er Jahre-Bürgerrechtsdrama mit David Oyelowo als King zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr)
Snow White and the Huntsman (mittelmäßige Action-Fantasy-Version von Schneewittchen, die aber zumindest mit der Optik und Charlize Theron als herrlich böser Königin punktet; 22.15 Uhr im ZDF)
Alien vs. Predator (ordentlich beginnendes, in der zweiten Hälfte jedoch stark nachlassendes Crossover der beiden Kult-Horrorfilmreihen; 22.55 Uhr bei Kabel Eins)

Dienstag, 16. Januar:
Servus TV, 20.15 Uhr: "Garden State" (2004)
Lang überfällige Free-TV-Premiere der wunderbaren, einfühlsamen romantischen Tragikomödie, mit der "Scrubs"-Star Zach Braff sein vielfach prämiertes Regie- und Drehbuchdebüt feierte. Er selbst spielt in dem autobiographisch gefärbten Film die Hauptrolle des wenig erfolgreichen, zu Depressionen neigenden Schauspielers Andrew, der für die Beerdigung seiner Mutter in seinen Heimatort zurückkehrt und auf die hübsche Sam (Natalie Portman) trifft. Die beiden kommen sich näher, doch ehe eine glückliche Beziehung auch nur ansatzweise in Reichweite kommt, muß Andrew erst einmal sein Leben wieder in den Griff bekommen ...

Samstag, 13. Januar 2018

Samstags-Update (2/2018)

Keine nennenswerten Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Februar, ich habe aber die Mitte Februar anlaufende Tragikomödie "Die Grundschullehrerin" mit Sara Forestier meiner Vorschau hinzugefügt:


Box Office-News:
Nachdem für die meisten Deutschen wieder der Arbeitsalltag begonnen hat, leeren sich die Kinos im Vergleich zu den Vorwochen natürlich ganz erheblich. Es bleiben aber noch ein paar Filme übrig, die auf sechsstellige Zuschauerzahlen kommen, allen voran "Star Wars Episode VIII", der mit dem solide eröffnenden Liam Neeson-Actionthriller "The Commuter" und "Dieses bescheuerte Herz" mit jeweils rund 200.000 Besuchern um die Spitze rangelt (wobei bei "The Commuter" die Previews miteingerechnet sind, am reinen Wochenende wird es also wohl Platz 3 sein). Ausgesprochen stark zeigt sich der japanische Rekord-Animationsfilm "Your Name.", der nur an zwei Tagen in Eventvorstellungen läuft, am ersten Tag aber bereits beeindruckende 20.000 Cineasten versammeln konnte. Damit könnte knapp ein Platz in den Top 10 drin sein. Ebenfalls überzeugend präsentiert sich Fatih Akins Drama "Aus dem Nichts" mit Diane Kruger, das vom überraschenden Gewinn des Golden Globes am vergangenen Sonntag profitiert und in der achten Woche sein Vorwochenergebnis auf bis zu 50.000 Zuschauer verdoppeln könnte. Für wenig Euphorie sorgt hingegen Woody Allens Drama "Wonder Wheel", das trotz Kate Winslet in den USA sein kommerziell erfolglosester Film seit langem war und auch hierzulande auf kaum mehr als 20.000 Besucher zum Start kommt (seine letzten drei Werke waren auch nicht übermäßig erfolgreich, eröffneten aber immerhin noch mit 30.000 bis 40.000).
In den USA hält sich "Jumanji 2" weiterhin prächtig und wird am langen 4-Tage-Wochenende (am Montag ist Martin Luther King Day) mit etwa $30 Mio. die Führung behalten. Auf Platz 2 landet Steven Spielbergs "Die Verlegerin", der nach einigen Wochen in nur einer Handvoll Kinos nun landesweit läuft und auf ansehnliche gut $20 Mio. kommt. Einen Dreikampf gibt es um den letzten Platz auf dem Treppchen: Sowohl "Star Wars Episode VIII" als auch die Neustarts "The Commuter" und "Paddington 2" zielen auf jeweils etwa $15 Mio. am langen Wochenende ab. Der dritte Neuzugang enttäuscht dagegen: Der Actionfilm "Proud Mary" mit Taraji P. Henson kommt nur auf gut $10 Mio., was voraussichtlich Platz 8 bedeuten wird. In Deutschland läuft "Die Verlegerin" am 22. Februar an, "Proud Mary" hat noch keinen Starttermin und ich halte es für recht wahrscheinlich, daß er direkt fürs Heimkino veröffentlicht werden wird.

Quellen:

Freitag, 12. Januar 2018

OSCAR-News: "Shape of Water" ist der Gewinner der Critics' Choice Awards 2018, "Aus dem Nichts" triumphiert erneut

Selten in den letzten Jahren war eine Awards Season hinsichtlich des "Bester Film"-Gewinners so spannend und so volatil wie diesmal. Von den beiden ursprünglichen Topfavoriten scheint Spielbergs "Die Verlegerin" mittlerweile chancenlos, während Christopher Nolans "Dunkirk" von zwei bis drei Filmen überholt und in einen Mitfavoritenstatus zurückgedrängt wurde. Auf der anderen Seite schien Guillermo del Toros "Shape of Water" zu Beginn der Awards Season trotz Top-Kritiken überraschend chancenlos, hat in den letzten Wochen aber kräftig aufgeholt und balgt sich nun wahrscheinlich mit Greta Gerwigs "Lady Bird" und Martin McDonaghs "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" um den größten Preis der Saison. Womit wir auch schon bei den Critics' Choice Awards wären, die gestern verliehen wurden:

Bester Film: "Shape of Water"
Schauspieler: Gary Oldman, "Die dunkelste Stunde"
Schauspielerin: Frances McDormand, "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"
Nebendarsteller: Sam Rockwell, "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"
Nebendarstellerin: Allison Janney, "I, Tonya"
Ensemble: "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"
Regie: Guillermo del Toro, "Shape of Water"
Originaldrehbuch: Jordan Peele, "Get Out"
Adaptiertes Drehbuch: James Ivory, "Call Me by Your Name"
Kamera: Roger Deakins, "Blade Runner 2049"
Ausstattung: "Shape of Water"
Schnitt: "Baby Driver" und "Dunkirk"
Kostüme: "Der seidene Faden"
Makeup: "Die dunkelste Stunde"
Visuelle Effekte: "Planet der Affen: Survival"
Musik: Alexandre Desplat, "Shape of Water"
Filmsong: "Remember Me" aus "Coco"
Animationsfilm: "Coco"
Fremdsprachiger Film: "Aus dem Nichts", Deutschland

"Shape of Water" mit vier und "Three Billboards ..." mit drei Preisen sind hier also die großen Gewinner, während "Lady Bird" und erneut "Die Verlegerin" (trotz jeweils acht Nominierungen) komplett leer ausgehen. Während "Bester Film" wie gesagt weiterhin offen bleibt, scheinen sich die ersten Anwärter in den meisten anderen Kategorien dagegen zu verfestigen. So ist es gut möglich, daß die OSCAR-Gewinner viele Gemeinsamkeiten mit denen der Critics' Choice Awards haben werden. Am sichersten scheint das bei "Coco" und inzwischen eigentlich allen vier Schauspielkategorien (Janney hat sich zuletzt meist gegen ihre anfängliche Hauptrivalin Laurie Metcalf aus "Lady Bird" durchgesetzt), bei den Drehbüchern und in den technischen Kategorien gab es auch jedenfalls keinen einzigen echten Überraschungserfolg - wobei ich "Get Out" nicht wirklich als OSCAR-Sieger sehe. Am ehesten fraglich dürfte der Triumph von Fatih Akins von den Kritikern ziemlich kontrovers aufgenommenem Terrorismusdrama "Aus dem Nichts" sein, dem es in gewisser Weise ähnlich ergeht wie "Shape of Water": Zu Beginn der Awards Saison ein "naja, könnte nominiert werden"-Kandidat, inzwischen theoretisch Topfavorit dank der prestigeträchtigen Siege bei Golden Globes und nun Critics' Choice Awards. Nur, daß "Shape of Water" weit bessere Kritiken hat, was mich bezüglich Akins OSCAR-Siegchancen skeptisch bleiben läßt.

Den Abstieg von "Die Verlegerin" untermauern derweil auch die ebenfalls gestern verkündeten Nominierungen für die von der Regisseurs-Gewerkschaft vergebenen DGA Awards - da fehlt der Name von Steven Spielberg nämlich. Stattdessen wurden nominiert:

- Guillermo del Toro, "Shape of Water"
- Greta Gerwig, "Lady Bird"
- Martin McDonagh, "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"
- Christopher Nolan, "Dunkirk"
- Jordan Peele, "Get Out"

Während Spielberg sich von seinen OSCAR-Hoffnungen also wohl langsam verabschieden kann (er hat ja eigentlich auch schon genügend), sind die Nominierungen sehr wichtig für die leichten Wackelkandidaten Nolan, Gerwig und Peele. Nolan kann so den Abwärtstrend von "Dunkirk" ein Stück weit stoppen, während Gerwig und Peele ihre Nicht-Nominierungen bei den Golden Globes kompensieren. Im Normalfall ist eine DGA-Nennung ein gutes Zeichen für eine spätere OSCAR-Nominierung (immerhin gibt es deutliche Überschneidungen bei den Abstimmenden), allerdings ist es für Nolan bereits die vierte DGA-Nennung und er wartet immer noch auf seine erste OSCAR-Nominierung! Peele und speziell Gerwig haben schon deshalb gute Aussichten, weil die Academy nach den Diskussionen der letzten Jahre um zu weiße und zu männliche Nominierungen vermutlich bewußt auf mehr Diversität setzen wird - und sowohl "Get Out" als auch "Lady Bird" haben wahrlich gut genug bei Kritikern und Publikum abgeschnitten, um nicht als bloße Alibi-Nennungen abqualifiziert zu werden. Fun fact: Es ist das erste Mal, daß kein einziger weißer amerikanischer Mann bei den DGA Awards nominiert wurde (Nolan ist Brite, McDonagh Ire)! Peele muß meines Erachtens am meisten um seinen Platz zittern, für den (oder den von Nolan, sollte er doch wieder übergangen werden) gibt es mit Luca Guadagnino ("Call Me by Your Name"), Denis Villeneuve ("Blade Runner 2049"), Paul Thomas Anderson ("Der seidene Faden") und immer noch Spielberg etliche starke Konkurrenten.

Quellen:

Donnerstag, 11. Januar 2018

BLADE OF THE IMMORTAL (2017)

Originaltitel: Mugen no jûnin
Regie: Takashi Miike, Drehbuch: Tetsuya Oishi, Musik: Kôji Endô
Darsteller: Takuya Kimura, Hana Sugisaki, Sôta Fukushi, Erika Toda, Kazuki Kitamura, Ebizô Ichikawa, Hayato Ichihara, Shinnosuke Mitsushima, Chiaki Kuriyama, Min Tanaka, Yuichiro Otaka, Tsutomu Yamazaki, Ken Kaneko, Yôko Yamamoto
 Mugen no jûnin
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: 85% (6,8); weltweites Einspielergebnis: $7,2 Mio.
FSK: 16, Dauer: 147 Minuten.
Als der kampfstarke Samurai Manji (Takuya Kimura, "2046") als Folge einer Intrige gesetzlos wird, flieht er mit seiner kleinen Schwester vor den ihn verfolgenden Kopfgeldjägern, doch es ist aussichtslos: Als er gestellt wird, ist sein Tod unvermeidbar, eigentlich hat er sich auch schon damit abgefunden. Doch da kommt eine angeblich 200 Jahre alte Frau zu dem Sterbenden und macht ihn gegen seinen Willen unsterblich! Die folgenden Jahrzehnte vegetiert Manji vor sich hin und spricht stark dem Alkohol zu, bis ihn die noch nicht ganz erwachsene Rin Asano (Hana Sugisaki), Tochter des Leiters einer bekannten Schwertkampfschule, aufsucht und ihn bittet, ihr dabei zu helfen, ihre Eltern zu rächen. Die wurden nämlich von einer gnadenlosen Gruppierung namens Itto-ryu ermordet, deren androgyner Anführer Kagehisa Anotsu (Sôta Fukushi) es sich in den Kopf gesetzt hat, alle Schwertkampfschulen Japans zu zerstören. Da Rin Manji an seine Schwester erinnert, willigt er ein. Doch in den Reihen der Itto-ryu gibt es etliche meisterhafte Schwertkämpfer, die selbst für einen Unsterblichen eine Herausforderung darstellen – und dann sind auch noch einige politische Intrigen am Laufen, in die Manji und Rin unfreiwillig verwickelt werden…

Dienstag, 9. Januar 2018

SCORE – EINE GESCHICHTE DER FILMMUSIK (2016)

Originaltitel: Score: A Film Music Documentary
Regie und Drehbuch: Matt Schrader, Musik: Ryan Taubert
Mitwirkende: Hans Zimmer, Tom Holkenborg (Junkie XL), Leonard Maltin, Dr. Siu-Lan Tan, John Williams, James Cameron, Steven Spielberg, Danny Elfman, Thomas Newman, Trent Reznor, Atticus Ross, Randy Newman, Howard Shore, Quincy Jones, Bear McCreary, Garry Marshall, Moby, Dario Marianelli, Alexandre Desplat, Patrick Doyle, Mark Mothersbaugh, John Powell, Brian Tyler, Harry Gregson-Williams, Henry Jackman, Jerry Goldsmith, Christope Beck, Rachel Portman, Steve Jablonsky, Marco Beltrami, David Arnold, Heitor Pereira, Deborah Lurie
 Score - Eine Geschichte der Filmmusik
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 93% (7,1); weltweites Einspielergebnis: $0,2 Mio.
FSK: 12, Dauer: 93 Minuten.
Die Filmmusik ist vermutlich das vom durchschnittlichen Zuschauer am meisten unterschätzte Element des Gesamtkunstwerks "Film". Meisterwerke können für immer verkannt bleiben, nur weil sie mit der falschen (oder gar keiner Musik) unterlegt sind, andererseits kann aber eine besonders gelungene, zum Geschehen auf der Leinwand passende musikalische Untermalung aus einem guten oder sogar einem mittelmäßigen Film einen echten Klassiker machen. Dabei ist der Ursprung der Filmmusik denkbar banal: Zur Stummfilmzeit mußte man irgendwie das laute Brummen der Projektoren übertönen – also sorgte (meist) ein Pianist für eine deutlich schönere Klangkulisse. Oft improvisierten die Musiker dabei, doch mit Einführung des Tonfilms war so etwas natürlich nicht mehr möglich. Stattdessen etablierten sich orchestrale Scores, später sorgte die Hinwendung zu morderner Musik wie dem Jazz für eine Revolution in Sachen Filmmusik. Matt Schraders "Score – Eine Geschichte der Filmmusik" gibt einen kurzen Abriß über die Entwicklung der Filmmusik in den letzten über 100 Jahren, konzentriert sich aber auch darauf, dem Zuschauer die Arbeitsweisen zahlreicher heutiger Filmkomponisten und -musiker nahezubringen …

Montag, 8. Januar 2018

OSCAR-News: Die Gewinner der Golden Globe Awards 2018

Der zweitwichtigste Höhepunkt der Awards Season ist passé, hier sind alle Gewinner aus der Filmsparte:

Bestes Drama: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Beste Komödie/Musical: Lady Bird
Schauspielerin, Drama: Frances McDormand, "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"
Schauspieler, Drama: Gary Oldman, "Die dunkelste Stunde"
Schauspielerin, Komödie/Musical: Saoirse Ronan, "Lady Bird"
Schauspieler, Komödie/Musical: James Franco, "The Disaster Artist"
Nebendarstellerin: Allison Janney, "I, Tonya"
Nebendarsteller: Sam Rockwell, "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"
Regie: Guillermo del Toro, "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers"
Drehbuch: Martin McDonagh, "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"
Nicht-englischsprachiger Film: "Aus dem Nichts", Deutschland/Frankreich
Musik: Alexandre Desplat, "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers"
Filmsong: "This Is Me" aus "Greatest Showman"

Cecil B. DeMille Award für das Lebenswerk: Oprah Winfrey

Die Vereinigung der Auslandskorrespondenten hat nach dem letztjährigen "La La Land"-Sweep (sieben Globes bei sieben Nominierungen) ihre Preise dieses Jahr ziemlich breit verteilt, einen klaren Gewinner gibt es trotzdem: Martin McDonaghs schwarzhumorige Tragikomödie "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" mit vier Preisen in wichtigen Kategorien. Daß es sogar zum Hauptpreis für das beste Drama gereicht hat, ist schon bemerkenswert, da bei den Globes tendentiell eher glamouröse Filme mit Starbesetzung geehrt werden - insofern hatte ich immer noch fest mit Spielbergs "Die Verlegerin" als Gewinner gerechnet, zumal ob der Journalismus-Thematik. Daß "Three Billboards ..." sich gegen die gesamte Konkurrenz durchsetzen konnte, macht den Film endgültig zum neuen Topfavoriten für die OSCARs - gefolgt von Greta Gerwigs Coming of Age-Tragikomödie "Lady Bird", die mit zwei wichtigen Globes nach Hause geht und auch bei anderen Kritikerpreisen der letzten Tage glänzend abschnitt. Die einstigen Frontrunner "Die Verlegerin" und "Dunkirk" scheinen derweil ihre Hoffnungen auf den "Bester Film"-OSCAR deutlich zurückschrauben zu müssen, während "Shape of Water" durch den Regiesieg für del Toro (der den totalen "Three Billboards ..."-Triumph verhinderte) etwas besser dasteht.
Bei den Darstellern gab es im Großen und Ganzen Favoritensiege, speziell Gary Oldman setzt seinen Siegeszug fort. Bei den Darstellerinnen läuft es wohl auf ein Duell zwischen den beiden Globes-Gewinnerinnen Ronan und McDormand hinaus, vermutlich ergänzt um Sally Hawkins ("Shape of Water"). Für "Die Verlegerin"-Star Meryl Streep sieht es hingegen nicht nach einem weiteren Goldjungen aus. Am ehesten eine Überraschung ist noch der Sieg von Sam Rockwell bei den Nebendarstellern über Willem Dafoe, der für "The Florida Project" bislang die meisten Kritikerpreise abstauben konnte. Und Allison Janney (die bei sechs Nominierungen in der TV-Sparte nie gewann, nun aber gleich bei ihrer ersten Film-Nominierung) kann sich ein wenig von ihrer Hauptrivalin Laurie Metcalf ("Lady Bird") absetzen.
Die beiden Musikgewinner haben auch bei den OSCARs sehr gute Chancen, dagegen kam der Sieg für Fatih Akins NSU-Drama "Aus dem Nichts" in der Auslandskategorie angesichts nicht überragender Kritiken und starker Konkurrenz recht überraschend - das sollte die Aussichten auf eine OSCAR-Nominierung natürlich erhöhen (den Sprung unter die letzten neun Filme hat "Aus dem Nichts" ja bereits geschafft).

Alle Gewinner der Golden Globes (auch aus der TV-Sparte) gibt es auf deren Homepage.

TV-Tips für die Woche 2/2018

Montag, 8. Januar:
Arte, 20.15 Uhr: "Meine liebste Jahreszeit" (1993)
Catherine Deneuve und Daniel Auteuil spielen in André Techinés ("Die Unschuldigen") an die Filme von Ingmar Bergman erinnernder Charakterstudie die Geschwister Emilie und Antoine, deren sowieso recht schwieriges Verhältnis zueinander nach einem Schlaganfall ihrer Mutter noch stärker auf die Probe gestellt wird. Der hochgelobte damalige Eröffnungsfilm von Cannes ist in vier Akte unterteilt, von denen jeder einer Jahreszeit entspricht.

Arte, 22.20 Uhr: "Leben im Schloß" (1966)
In Jean-Paul Rappeneaus ("Cyrano von Bergerac") Regiedebüt, einer romantischen Komödie mit für das Genre ungewöhnlichem Kriegshintergrund, spielen Catherine Deneuve und Philippe Noiret das Ehepaar Marie und Jerome, das während der deutschen Besetzung Frankreichs in einem Schloß in der Normandie wohnt. Dort machen bald sowohl ein ein deutscher Offizier als auch ein französischer Widerstandskämper Marie schöne Augen ...

Außerdem:
Ein Quantum Trost (der als Folge eines Autorenstreiks während der Vorproduktion schwächste James Bond-Film mit Daniel Craig, der aber trotzdem einige starke Sequenzen enthält; 22.25 Uhr im ZDF)

Dienstag, 9. Januar:
Servus TV, 20.15 Uhr: "Sideways" (2004)
Die für ihr Drehbuch OSCAR-prämierte Tragikomödie bedeutete den endgültigen Durchbruch für Filmemacher Alexander Payne, der seitdem zu den gefragtesten Regisseuren anspruchsvoller Werke zählt (seine Gesellschaftssatire "Downsizing" kommt am 18. Januar in die deutschen Kinos). Paul Giamatti und Thomas Haden Church spielen zwei Freunde mittleren Alters, die zusammen auf eine einwöchtige Weintour durch Kalifornien gehen. Dabei treffen sie auf Maya (Virginia Madsen) und Stephanie (Ex-"Grey's Anatomy"-Star Sandra Oh), die ihrer beider Leben gehörig auf den Kopf stellen ...

Außerdem:
Skyfall (der stärkste James Bond-Film mit Daniel Craig sowie einer der besten James Bond-Filme überhaupt; 20.15 Uhr im ZDF)