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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Mittwoch, 21. Februar 2018

DIE DUNKELSTE STUNDE (2017)

Originaltitel: Darkest Hour
Regie: Joe Wright, Drehbuch: Anthony McCarten, Musik: Dario Marianelli
Darsteller: Gary Oldman, Kristin Scott Thomas, Lily James, Ben Mendelsohn, Ronald Pickup, Stephen Dillane, Nicholas Jones, Samuel West, David Schofield, David Bamber, Pip Torrens, Richard Glover, Hannah Steele, Faye Marsay, David Strathairn (Stimme)
 Die dunkelste Stunde
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: 86% (7,4); weltweites Einspielergebnis: $131,6 Mio.
FSK: 6, Dauer: 126 Minuten.

Mai 1940: Während Hitlers Armeen immer größere Teile Kontinentaleuropas erobern, sieht sich in Großbritannien der konservative Premierminister Neville Chamberlain (Ronald Pickup, "The Happy Prince") zum Rücktritt gezwungen. Angesichts des drohenden Krieges mit Deutschland soll eine Allparteienregierung eingesetzt werden, die Labour-Opposition ist dazu jedoch nicht unter der Führung Chamberlains bereit, dessen beschwichtigende Politik gegenüber Hitler für die mangelnde Kriegsbereitschaft des Königreichs verantwortlich gemacht wird. Während sich Chamberlains Parteifreunde den ehrgeizigen Außenminister Viscount Halifax (Stephen Dillane, "The Hours") als neuen Premierminister wünschen, ist dem wie auch Chamberlain klar, daß die Opposition nur einen Konversativen an der Spitze der Regierung dulden wird: Winston Churchill (Gary Oldman, "Dame, König, As, Spion"). Der frühere Schatzkanzler ist in der Partei unbeliebt und als Kriegstreiber verschrieen, doch weil er der einzige hochrangige Politiker ist, der seit Jahren lautstark vor der Gefahr, die vom Hitler-Regime ausgehe, gewarnt hatte, wird nur er von der Labour-Partei akzeptiert. Widerwillig überträgt König George VI. (Ben Mendelsohn, "Rogue One") dem ruppigen, ungehobelten und nicht selten vulgären Churchill das Amt – doch während Churchill damit konfrontiert ist, wie er über 300.000 in Dünkirchen gestrandete alliierte Soldaten auf die britischen Inseln holen kann, arbeiten im Hintergrund seine "Parteifreunde" bereits an seinem schnellen Sturz …

Montag, 19. Februar 2018

OSCAR-News: "Three Billboards ..."-Sieg bei den BAFTAs sorgt für zusätzliche Spannung

Die Sieger in den wichtigsten Kategorien der BAFTAs (der "britischen OSCARs") sind:

Regie: Guillermo del Toro, "Shape of Water"
Original-Drehbuch: Martin McDonagh, "Three Billboards outside Ebbing, Missouri"
Adaptiertes Drehbuch: James Ivory, "Call Me by Your Name"
Hauptdarstellerin: Frances McDormand, "Three Billboards outside Ebbing, Missouri"
Hauptdarsteller: Gary Oldman, "Die dunkelste Stunde"
Nebendarstellerin: Allison Janney, "I, Tonya"
Nebendarsteller: Sam Rockwell, "Three Billboards outside Ebbing, Missouri"
Musik: Alexandre Desplat, "Shape of Water"
Kamera: Roger Deakins, "Blade Runner 2049"
Schnitt: "Baby Driver"
Ausstattung: "Shape of Water"
Makeup & Hair: "Die dunkelste Stunde"
Ton: "Dunkirk"
Spezialeffekte: "Blade Runner 2049"
Animationsfilm: "Coco"
Nicht-englischsprachiger Film: "Die Taschendiebin", Südkorea
Dokumentarfilm: I Am Not Your Negro

Alle Gewinner gibt es auf der BAFTA-Homepage.

Die höchst unkonventionelle Tragikomödie "Three Billboards outside Ebbing, Missouri" ist mit insgesamt fünf Preisen der große Gewinner der BAFTAs, während Topfavorit "Shape of Water" sich mit drei begnügen muß. Die gute Nachricht für "Three Billboards ...": Zahlreiche BAFTA-Stimmberechtigte sind auch Academy-Mitglieder, die BAFTA-Ergebnisse haben also durchaus Aussagekraft für die OSCARs. Die schlechte Nachricht: Trotzdem stimmten seit dem Jahr 2001 erstaunlicherweise nur sieben von 17 "Bester Film"-Gewinnern überein! Teilweise läßt sich das natürlich dadurch erklären, daß britische Filme bei den BAFTAs tendentiell etwas größere Siegchancen haben als amerikanische, aber wenngleich die US-britische Koproduktion "Three Billboards ..." auch als "bester britischer Film" ausgezeichnet wurde, ist es doch in erster Linie ein amerikanisches Werk, das eine sehr amerikanische Geschichte erzählt. Endgültig raus aus dem "Bester Film"-OSCAR-Rennen dürften jedoch "Dunkirk" und "Die dunkelste Stunde" sein, denn wenn die beiden (primär) britischen Produktionen schon bei den BAFTAs nicht weder den Hauptpreis (noch den für den besten britischen Film) holen, dann sicher erst recht nicht bei den OSCARs - wobei "Die dunkelste Stunde" sowieso keine reellen Chancen hatte und "Dunkirk" vom anfänglichen Topfavoriten zum klaren Außenseiter abstieg. Dadurch, daß Greta Gerwigs US-Tragikomödie "Lady Bird" leer ausging, spricht viel dafür, daß sich die Königskategorie bei den Academy Awards zwischen "Three Billboards ..." und "Shape of Water" entscheiden wird. Die Vorteile sehe ich weiterhin bei del Toros Werk, aber der Wettbewerb ist und bleibt ziemlich offen. Bei den Nebenkategorien haben die BAFTAs derweil größtenteils die Favoriten bestärkt, da könnten die Gewinner bei der OSCAR-Verleihung sehr ähnlich aussehen.

TV-Tips für die Woche 8/2018

Montag, 19. Februar:
Arte, 23.55 Uhr: "Das alte Gesetz" (1923)
Nur wenige Tage nach der Uraufführung bei der Berlinale zeigt Arte die aufwendig restaurierte Version des deutschen Stummfilmklassikers von Edwald André Dupont, in dem Ernst Deutsch ("Der Golem, wie er in die Welt kam") den Rabbinersohn Baruch verkörpert, der seine Heimat verläßt, um Schauspieler zu werden. Als Mitglied einer fahrenden Schauspieltruppe tritt er unter anderem vor der österreichischen Erzherzogin Elisabeth Theresia (Henny Porten, "Kohlhiesels Töchter") auf, die Gefallen an ihm findet ...

Außerdem:
Cloud Atlas (ein episodisches, sehr komplexes und bildgewaltiges Drei-Stunden-Epos von Tom Tykwer und den Wachowskis über Schicksal, den Sinn des Lebens und Reinkarnation; 20.15 Uhr bei Arte)
Mission: Impossible III (der solide dritte Teil der Actionreihe mit Tom Cruise überzeugt vor allem mit Philip Seymour Hoffman als Bösewicht; 20.15 Uhr bei Kabel Eins)
Gravity (Alfonso Cuaróns mit sieben OSCARs ausgezeichnetes Weltraum-Survival-Drama mit Sandra Bullock und George Clooney; 22.30 Uhr im ZDF)

Dienstag, 20. Februar:
Tele 5, 22.35 Uhr (leicht geschnitten, ungekürzte Wiederholung in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 23.40 Uhr): "The Crow" (1994)
Siehe meine Empfehlung von Februar 2016 für Alex Proyas' düstere Comicverfilmung mit dem während der Dreharbeiten tragisch verstorbenen Hauptdarsteller Brandon Lee (Sohn von Bruce Lee).

Mittwoch, 21. Februar:
Arte, 14.00 Uhr: "Liebling, ich werde jünger" (1952)
Mir persönlich ist die Screwball-Comedy von Howard Hawks ("Leoparden küßt man nicht") ein bißchen zu albern (eine Einschätzung, die Hawks selbst im Nachhinein übrigens teilte), aber nicht zuletzt dank der gewohnt charismatischen Leistung von Hauptdarsteller Cary Grant ist sie dennoch lohnenswert. Grant spielt den stets leicht verwirrt wirkenden Chemiker Barnabas, der an einem Verjüngungstrank arbeitet. Da er keine großen Fortschritte erzielt, macht sein Chef ihm zunehmend Druck, weshalb Barnabas seine neueste Mixtur an sich selbst ausprobiert - und sie wirkt, denn fortan verhält er sich, als hätte er gerade erst die Schule abgeschlossen! Was Barnabas nicht weiß: Es handelt sich gar nicht um seine Mixtur, er trank unwissentlich eine von einem entwischten Versuchs-Schimpansen kreierte Mischung (daher der Originaltitel "Monkey Business"), die zudem einige Nebenwirkungen mit sich bringt ... Ginger Rogers spielt Barnabas' Ehefrau, die damals noch unbekannte Marilyn Monroe ist als Sekretärin zu sehen.

Samstag, 17. Februar 2018

Samstags-Update (7/2018)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Februar:


Box Office-News:
In den deutschen Kinocharts hält sich "Fifty Shades of Grey 3" am zweiten Wochenende gut und sollte um deutlich weniger als die Hälfte auf immer noch über eine halbe Million Zuschauer nachgeben - das ist weiterhin die klare Nummer 1. Marvels "Black Panther" muß so mit dem zweiten Platz vorliebnehmen, kann sich angesichts ca. 400.000 Besuchern aber wahrlich nicht beklagen, denn das wird vermutlich der beste erste Soloabenteuer-Start eines Marvel Cinematic Universe-Superhelden (bisher "Doctor Strange" mit 365.000). Rang 3 geht an "Die kleine Hexe", die wahrlich magische Kräfte offenbart und sich im Vergleich zum Vorwochenergebnis deutlich steigert auf etwa 250.000 Zuschauer! Guillermo del Toros OSCAR-Favorit "Shape of Water" zeigt sich dagegen noch nicht in richtig märchenhafter Form und steigt im Mittelfeld der Top 10 mit deutlich unter 100.000 Kinogängern ein - das ist nicht schlecht, aber definitiv ausbaufähig (was natürlich auch vom Abschneiden bei den OSCARs abhängen wird). Recht enttäuschend eröffnen zudem Sir Ridley Scotts vieldiskutierter Entführungsthriller "Alles Geld der Welt" und die generische US-Komödie "Wer ist Daddy?", die beide klar unter der 50.000 Besucher-Marke bleiben werden und damit um einen Platz in den Top 10 kämpfen müssen.
In den USA geht "Black Panther" wenig überraschend ganz anders ab als in Deutschland und dem Rest der Welt: Bereits die Vorverkaufszahlen kündigten einen rekordverdächtigen Start an und diese Erwartung erfüllt sich an diesem Wochenende. Nach dem achtbesten Starttag aller Zeiten zielt der afrikanische Marvel-Superheld auch dank superber Kritiken auf einen 4-Tage-Start von mehr als $220 Mio. ab (am Montag ist in den USA Feiertag), das reine Wochenende wird mit über $190 Mio. das beste Startwochenende aller Zeiten vor der Summer Season sein. Und der bestmögliche CinemaScore A+ (bei am Starttag direkt vor Ort befragten Besuchern) - den bislang aus dem MCU nur "The Avengers" erreichte - spricht auch für eine vergleichsweise lange Laufzeit. Ob das tatsächlich jenen Wendepunkt im amerikanischen Kino darstellt, den dort etliche Branchenbeobachter angesichts des ersten Megablockbusters mit fast komplett afroamerikanischer Besetzung erwarten, sei einmal dahingestellt, auf jeden Fall dürfte es die Diversitätsbemühungen in Hollywood verstärken. Auf Platz 2 hat der Kinderfilm "Peter Hase" deutlichen Rückstand, zeigt sich mit bis zu $25 Mio. am langen Wochenende aber ziemlich standfest - kein Wunder, denn die Zielgruppenüberschneidung zu "Black Panther" dürfte eher gering sein. Mit etwa $20 Mio. sortiert sich Vorwochensieger "Fifty Shades of Grey 3" auf dem dritten Rang ein, während der zweite breite Neustart des Wochenendes, der von der Kritik ebenfalls gelobte britische Knetmasse-Stop Motion-Film "Early Man" (von den "Shaun das Schaf"- und "Wallace & Gromit"-Machern) mit enttäuschenden, aber nicht ganz unerwarteten $5 Mio. im unteren Mittelfeld der Top 10 landet. In Deutschland kommt "Early Man" am 26. April in die Kinos.

Quellen:

Mittwoch, 14. Februar 2018

RIVER (2015, TV-Miniserie)

Regie: Tim Fywell, Jessica Hobbs und Richard Laxton, Drehbuch: Abi Morgan, Musik: Harry Escott
Darsteller: Stellan Skarsgård, Nicola Walker, Adeel Akhtar, Lesley Manville, Georgina Rich, Jim Norton, Owen Teale, Eddie Marsan, Turlough Convery, Sorcha Cusack, Steve Nicolson, Peter Bankole, Josef Altin, Franz Drameh, Pippa Bennett-Warner, Lydia Leonard, Souleiman Bock, Shannon Tarbet, Anamaria Marinca
 River
(2015) on IMDb Rotten Tomatoes: 100% (9,0); FSK: 16, Dauer: 349 Minuten.
Der vor vielen Jahrzehnten aus Schweden eingewanderte Londoner Kriminalinspektor John River (Stellan Skarsgård, "The Avengers") ist nicht ganz normal: Er unterhält sich regelmäßig mit Verstorbenen, was keine übernatürliche Fähigkeit ist, sondern eine nie genau diagnostizierte psychische Störung. Mit seinem seltsamen Verhalten ist er bei der Polizei und im Privatleben ein Außenseiter, den Job behält er wohl nur, weil er ein solch brillanter Ermittler ist. Doch als seine langjährige Partnerin bei der Polizei, Jackie "Stevie" Stevenson (Nicola Walker, TV-Serie "Spooks") – die zudem seine einzige echte Freundin und vielleicht noch etwas mehr war –, auf offener Straße erschossen wird, droht Rivers Leben zusammenzubrechen. Aufrecht hält ihn nur die, leider wenig erfolgversprechende, Suche nach dem Mörder, bei der er gegen seinen Willen von seinem neuen Partner Ira King (Adeel Akhtar, "The Big Sick") unterstützt wird. Auch seine direkte Vorgesetzte Chrissie Read (Lesley Manville, OSCAR-nominiert für "Der seidene Faden") steht zu River, während Polizeipräsident McDonald (Owen Teale, TV-Serie "Game of Thrones") ihn am liebsten loswerde würde und deshalb verfügt, daß er sich von Polizeipsychologin Rosa Fallows (Theater-Schauspielerin Georgina Rich) untersuchen lassen muß …

Montag, 12. Februar 2018

OSCAR-News: Drehbuch-Preise für "Call Me by Your Name" und "Get Out"

Die Drehbuch-Kategorien dienen bei den OSCARs seit jeher gerne als eine Art Trostkategorie - hier bekommen immer wieder gute bis sehr gute Filme ihre einzige Nominierung, die dann doch nicht herausragend oder einfach nur nicht beliebt genug sind, um eine ganz große Rolle bei den Academy Awards zu spielen. Und hier bekommen auch Filme mit multiplen Nominierungen am Ende gerne ihren einzigen Preis des Abends, während andere Werke groß abräumen. Dieses Jahr könnte das wieder so laufen, mit "Logan", "The Disaster Artist", "Molly's Game" und "The Big Sick" gibt es unter den insgesamt zehn Nominees in den beiden Kategorien schon mal vier Produktionen, die nur diese eine Nominierung vorweisen können. Daß eine davon tatsächlich den OSCAR gewinnt, ist jedoch ziemlich unwahrscheinlich - was auch die beiden wichtigsten Drehbuch-Preisverleihungen der Pre-OSCAR-Season zeigen, die beide an diesem Wochenende stattfanden.

Bei dem von der Universität von Südkalifornien vergebenen USC Scripter Award ging der einzige Preis an "Call Me by Your Name" - und bei den von der Autorengilde verliehenen WGA Awards konnten sich der satirische Horrorthriller "Get Out" (bei den Originaldrehbüchern) und erneut "Call Me by Your Name" (bei den adaptierten Drehbüchern) gegen die Konkurrenz durchsetzen. "Call My by Your Name" (der einzige auch als "Bester Film" nominierte Kandidat) galt sowieso als klarer Favorit seiner Kategorie, mit diesen beiden Ehrungen ist es kaum noch vorstellbar, daß das Coming of Age- und Coming-out-Drama des 89-jährigen James Ivory bei den OSCARs leer ausgeht - auch wenn es bei den Drehbüchern immer wieder mal überraschende Gewinner gibt. Komplizierter ist die Situation bei den Originaldrehbüchern, bei denen "Get Out" gegen die drei großen OSCAR-Topfavoriten "Shape of Water", "Three Billboards outside Ebbing, Missouri" und "Lady Bird" (sowie den auch nicht chancenlosen "The Big Sick") antritt. Um so wichtiger ist Jordan Peeles Triumph bei den prestigeträchtigen WGA Awards, zumal die Schnittmenge zwischen deren Mitgliedern und den OSCAR-Abstimmberechtigten groß ist. Ob "Get Out" den Goldjungen wird holen können, dürfte letztlich vor allem davon abhängen, ob einer aus dem Favoritentrio sich als besonders populär bei den Academy-Mitglieder erweist und einen großen Siegeszug durch alle Kategorien startet - in einem solchen Fall mit einem "Sweep" á la "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" könnte sich der entsprechende Film dann auch Kategorien sichern, in denen er eigentlich eher Außenseiter ist. Am wahrscheinlichsten wäre das nach dem aktuellen Stand der Dinge bei Guillermo del Toros "Shape of Water", doch so richtig kann ich nicht daran glauben. Und da für "Get Out" mit seiner Rassismus-Thematik die derzeitige politische Stimmung in den USA spricht, stehen Peeles Aussichten auf einen Sieg ziemlich gut - das würde auch wieder zu der eingangs erwähnten "Trostpreis"-Tradition passen, denn sehr wahrscheinlich würde es der einzige OSCAR für "Get Out" bleiben ...

Die Antworten werden wir am 4. März erfahren.

Quellen:

Sonntag, 11. Februar 2018

TV-Tips für die Woche 7/2018

Montag, 12. Februar:
Arte, 20.15 Uhr: "Der Saustall (1981)
Als ersten von zwei Filmen des französischen Regisseurs Bertrand Tavernier zeigt Arte diese OSCAR-nominierte, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg in der französischen Kolonie Französisch-Westafrika spielende bissige Gesellschaftssatire. Philippe Noiret ist der charakterschwache Dorfpolizist Lucien, der noch nie jemanden verhaftet hat und von niemandem ernstgenommen wird. Doch irgendwann ist selbst bei Lucien eine Grenze überschritten, die ihn mit voller Kraft zurückschlagen läßt ...

Arte, 22.20 Uhr: "Der gekaufte Tod" (1980)
In Taverniers ungewöhnlichem dystopischen Krimi ist die größte gesellschaftliche Unterhaltung in einer Welt, in der Krankheit und Tod fast völlig besiegt sind, die TV-Sendung "Death Watch", die Sterbende in ihren letzten Wochen begleitet. Als Katherine (Romy Schneider) erfährt, daß sie an einer der wenigen noch immer unheilbaren Krankheiten leidet, soll auch sie zum "Death Watch"-Subjekt werden. Widerwillig sagt sie zu, überlegt es sich dann aber doch anders und flieht ... Weitere Hauptrollen spielen Harvey Keitel und Harry Dean Stanton. Leider scheint Arte nur die um rund eine Viertelstunde gekürzte deutsche Kinofassung zu zeigen.

Dienstag, 13. Februar:
Tele 5, 20.15 Uhr: "Überleben!" (1993)
Als Produzent war Frank Marshall für fünf OSCARs nominiert (u.a. für "Indiana Jones" und "The Sixth Sense"), seine gelegentlichen Ausflüge auf den Regiestuhl waren weniger erfolgreich. Diese Verfilmung eines auf wahren Geschehnissen beruhenden Tatsachenromans ist neben "Antarctica" aus dem Jahr 2006 seine beste Regiearbeit - es geht um eine uruguayische Rugby-Mannschaft, deren Flugzeug 1972 in den chilenischen Anden abstürzt. Die wenigen Überlebenden versuchen, bis zur Rettung am Leben zu bleiben, doch die kommt einfach nicht. Also müssen sie zu undenkbaren Maßnahmen greifen, um zu überleben ... Allzu innovativ ist der Katastrophenfilm mit Ethan Hawke nicht umgesetzt, angesichts der emotionalen Intensität der wahren Geschichte stört das aber gar nicht sonderlich.

Super RTL, 22.05 Uhr: "Verbrechen sind ihr Hobby - Das Geheimnis der Schokoladenkekse" (2015)
Auftakt der humorvollen kanadischen Krimi-Filmreihe mit Alison Sweeney in der Rolle einer Kleinstadt-Bäckerin, die nach der Ermordung einer Freundin Ermittlungen anstellt und damit einem frisch zugezogenen verwitweten Großstadtpolizisten in die Quere kommt. Bisher wurden fünf Filme gedreht, Super RTL zeigt an diesem und dem darauffolgenden Dienstag die ersten beiden als deutsche Free-TV-Premieren.

Samstag, 10. Februar 2018

Samstags-Update (6/2018)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Februar:


Box Office-News:
Letzte Woche schaffte "Die kleine Hexe" (mit, inklusive Previews, gut 300.000 Zuschauern) den besten Start des Jahres 2018, diese Woche wird schon die nächste Bestmarke aufgestellt - und die wird deutlich länger halten: "Fifty Shades of Grey 3" sollte den "Die kleine Hexe"-Start verdreifachen und auf mindestens 900.000 vorwiegend weibliche Besucher kommen, womit sich das Trilogiefinale deutlich hinter Teil 1 (1,35 Millionen), aber in etwa auf dem Niveau von Teil 2 (850.000; allerdings ohne Previews, glaube ich) einreiht. "Die kleine Hexe" zeigt sich davon unbeeindruckt und belegt mit einem niedrigen Rückgang auf 250.000 Kinogänger den zweiten Platz, gefolgt von "Wunder" und "Maze Runner 3", die zusammen in etwa so viele Zuschauer einsammeln wie der deutsche Kinderfilm. Einen überraschend starken Start um Platz 10 herum schafft derweil in weniger als 100 Kinos Taylor Sheridans Arthouse-Westernkrimi "Wind River" mit Elizabeth Olsen und Jeremy Renner, wobei ich vermute, daß viele von den etwa 40.000 Besuchern aus (Sneak) Previews stammen; trotzdem ein erfreulicher Start, wie sich generell die Arthouse-Filme und OSCAR-Kandidaten an diesem Wochenende sehr schön halten (z.B. "Three Billboards ..." auf Platz 6, aber auch "Die dunkelste Stunde" und "Der seidene Faden" knapp außerhalb der Top 10).
Auch in den USA dominiert "Fifty Shades of Grey 3", allerdings hat die Trilogie dort stärker an Popularität verloren als in Europa. Legte Teil 1 noch mit beeindruckenden $85 Mio. los, stürzte bereits die Fortsetzung um fast die Hälfte auf $46 Mio. ab; immerhin verliert das Finale nicht mehr viel und dürfte die $40 Mio.-Marke knacken, womit im Gesamtergebnis wahrscheinlich auch die Blockbuster-Marke von $100 Mio. überschritten werden wird. Platz 2 geht an die Kinderbuch-Adaption "Peter Hase"; verwirklicht als Mischung aus Real- und Animationsfilm und mit recht mittelmäßigen Kritiken ausgestartet, liegt ein Auftakt mit etwas mehr als $20 Mio. immerhin am oberen Rand der Branchenerwartungen. Ähnlich sieht es für Clint Eastwoods von der Kritik ziemlich verrissenen Thriller "The 15:17 to Paris" aus (in dem jene drei Männer, die 2015 in einem Zug einen mutmaßlichen Terroranschlag verhinderten, sich selbst spielen), für den es mit etwa $12 Mio. zu einem soliden dritten Platz reicht. In Deutschland kommt "Peter Hase" passend zu Ostern am 22. März in die Kinos, "The 15:17 to Paris" folgt am 19. April.

Quellen:

Donnerstag, 8. Februar 2018

THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI (2017)

Regie und Drehbuch: Martin McDonagh, Musik: Carter Burwell
Darsteller: Frances McDormand, Sam Rockwell, Woody Harrelson, Peter Dinklage, Lucas Hedges, Clarke Peters, Sandy Martin, John Hawkes, Samara Weaving, Caleb Landry Jones, Kerry Condon, Željko Ivanek, Abbie Cornish, Amanda Warren, Darrell Britt-Gibson, Lawrence Turner, Kathryn Newton, Brendan Sexton III, Nick Searcy
 Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: 93% (8,5); weltweites Einspielergebnis: $88,8 Mio.
FSK: 12, Dauer: 116 Minuten.

Sieben Monate ist es her, daß die Jugendliche Angela (Kathryn Newton, "Bad Teacher") an einer Straße am Rand der Südstaaten-Kleinstadt Ebbing vergewaltigt und ermordet wurde. Da die örtliche Polizei seitdem keinerlei sichtbare Fortschritte bei ihren Ermittlungen gemacht hat, ist Angelas Mutter Mildred (Frances McDormand, "Burn After Reading") frustriert und wütend und so entschließt sie sich eines Abends spontan zu einer folgenreichen Aktion: Sie mietet drei Plakatwände am Stadtrand an, die wegen einer geänderten Verkehrsanbindung seit den 1990er Jahren nicht mehr benutzt wurden, und fragt darauf in großen Lettern Sheriff Willoughby (Woody Harrelson, "Planet der Affen: Survival"), warum keine Verdächtigen ermittelt wurden. Da Mildred gleich noch einen TV-Bericht über ihre Aktion organisiert, sorgt sie damit für reichlich Wirbel – auch deshalb, weil fast jeder in der Stadt (inklusive Mildred) weiß, daß der beliebte Willoughby todkrank ist. Während er selbst ein gewisses resigniertes Verständnis für Mildreds Aktion zeigt, ist sein etwas einfältiger, ziemlich rassistischer Protegé Dickson (Sam Rockwell, "Ganz weit hinten") stinksauer und versucht mit allen Mitteln, die provokante Botschaft wieder von den Plakatwänden wegzubekommen …

Dienstag, 6. Februar 2018

DER SEIDENE FADEN (2017)

Originaltitel: Phantom Thread
Regie und Drehbuch: Paul Thomas Anderson, Musik: Jonny Greenwood
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Vicky Krieps, Lesley Manville, Brian Gleeson, Camilla Rutherford, Gina McKee, Harriet Sansom Harris, Silas Carson, Eric Sigmundsson, Julia Davis, Sue Clark, Lujza Richter, Phyllis McMahon, Joan Brown
 Der seidene Faden
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: 91% (8,5); US-Einspielergebnis: $11,7 Mio.
FSK: 6, Dauer: 131 Minuten.

Im London der 1950er Jahre ist Reynolds Woodcock (Daniel Day-Lewis, "Lincoln") ein bei der High Society gefragter brillanter Schneider. Seine einzige wahre Liebe scheint seine Kunst zu sein, die einzige dauerhafte Weggefährtin ist seine ältere Schwester Cyril (Lesley Manville, "Mr. Turner"). Da Reynolds sehr charmant sein kann und, obwohl er nicht mehr ganz jung ist, gut aussieht, befindet er sich zwar fast immer in einer romantischen Beziehung – allerdings halten die nie lange an, da der eingefleischte Junggeselle der stets jüngeren Frauen früher oder später überdrüssig wird. Es gibt keinen Grund anzunehmen, daß das mit seiner neuesten Muse, der Kellnerin Alma (Vicky Krieps, "Zwei Leben"), anders laufen sollte. Doch Alma, die Reynolds auch tatkräftig bei der Arbeit unterstützt und mit der strengen Cyril recht gut auskommt, denkt gar nicht daran, Reynolds wieder zu verlassen …